Das kleine Glück …

„Schaffe, schaffe, Häusle baue“, sagt der Schwabe und spricht damit ein Thema an, das schon fast als typisch Deutsch bezeichnet werden kann. Disziplin, Ehrgeiz und Sicherheit bestimmten heutzutage häufig unser Leben. Natürlich gehen wir jeden Tag zur Arbeit, um heute für unsere Familie und für morgen im Alter vorzusorgen. Inklusive Fahrtzeiten sind Zehn- bis Zwölfstundentage für viele Arbeitnehmer eher die Regel als die Ausnahme. Von 50- bis 60-Stundenwochen bei vielen Unternehmern und Führungskräften ganz zu schweigen. Darüber hinaus sind wir für unsere Kinder da, sorgen für einen ordentlichen Haushalt, pflegen Angehörige und helfen unseren Freunden bei ihren Umzügen, ohne darüber nachzudenken. Das ist selbstverständlich und das machen wir auch gern.

Doch nicht selten leben wir ein Leben, das durch einen Alltag aus Arbeit-Kinder-Haushalt-Prozesse dominiert wird und in das wir, bezogen auf unsere eigenen Bedürfnisse, hineinwachsen, als hätten wir mindestens 200 Jahre Zeit zu leben. Und dann passiert es, ein Moment und diese Welt steht Kopf. Häufig sind es genau diese Momente, die unsere Klienten zu uns führen. Die Kollege, gerade 60 Jahre alt geworden und kurz vor der Rente, erleidet einen Herzinfarkt und stirbt. Die Nachbarin, gerade 50, hatte einen Unfall und ist nun querschnittsgelähmt. Der Freund eines Freundes erleidet einen schweren Arbeitsunfall mit Mitte 30, Ausgang ungewiss. Alle hatten ähnliche kleine oder große Träume, nur aufgeschoben, für später, wenn sie mal nicht mehr arbeiten müssen, wenn sie ihren Lebensabend genießen können. Und Hand aufs Herz: Wer von Ihnen erkennt sich bei diesem Gedanken wieder?

Ein Moment und wir werden wach. Die beschaulich routinierte Welt unserer Klienten gerät in diesen Moment häufig aus den Bahnen. Ihre geäußerten Gedanken sind dann oft: „Er/Sie war noch so jung, hatte noch so viel vor. Und wenn es ihm/ihr passieren kann, dann mir auch, aber irgendwie möchte ich schon noch einiges erleben“. Es wird plötzlich klar, dass jeder Tag Lebenszeit ist, nicht erst in 20, 30 oder 40 Jahren. Jeder Tag kann unser Leben deutlich verändern. Warum gehen wir dann so stiefmütterlich mit unserer Lebenszeit um? Warum gönnen wir uns unser kleines Glück nicht schon jetzt?

Gehen Sie in sich! Was ist es, wovon Sie träumen? Was wollten Sie schon immer machen oder erreichen? Wovon haben Sie vielleicht schon als Kind geträumt?

Wir brauchen es alle, unser kleines Glück. Oft geht es dabei nicht um den großen Ausstieg aus unserem Leben, die Strandbar in Ko Samui oder die Tauchschule auf Bali. Es ist die Erfüllung eines kleinen Traums, den wir irgendwann einmal geträumt und im Alltag verloren haben, weil er zu spießig, unrealistisch oder keine Zeit dafür vorhanden war.

Burnout-Prophylaxe KeyConcept

Wir sagen, gönnen Sie sich Ihr eigenes kleines Glück, egal, was es ist. Sie wollen singen? Dann singen Sie! Sie wollen ein Instrument spielen? Tun Sie es! Sie wollten schon immer Spanisch lernen? Kontaktieren Sie die VHS! Und auch, wenn Sie Ihr Glück in einem ganz langweiligen Hobby finden, fangen Sie heute damit an. Imkern, gärtnern, sammeln, basteln, malen, tanzen, schreinern und singen Sie, was das Zeug hält. Ich persönlich habe schon vor Jahren die sehr altmodische, klassische und so schöne, manchmal sicherlich auch kitschige, Brieffreundschaft für mich entdeckt, die mich zu ganz wunderbaren Menschen auf der ganzen Welt geführt hat. Das Schreiben und Lesen der Briefe sind meine ganz persönlichen und intimen zwei Stunden bzw. Herzmomente pro Woche, die nur mir gehören. Gönnen Sie sich das auch!

Dies ist nur eine Methode von vielen verschiedenen, die beim Coaching zum Beispiel zur Burnout-Prophylaxe, Stressabbau, Perspektivenwechsel und Sinnfindung zur Anwendung kommen können. Gern besprechen wir auch Ihr Thema und stellen weitere Methoden vor.