Coach-Klient-Beziehung

Nahezu alle Lebewesen, nicht nur wir Menschen, gehen im Laufe ihres Lebens verschiedene Beziehungen, im Sinne von sozialen Verbindungen und Kontakten, ein. Wir betrachten uns und andere Menschen häufig im Gefüge dieser Beziehungen und beurteilen, ja sogar werten, eine Person nicht selten anhand der sozialen Kontakte, die sie pflegt.

Schon Goethe formulierte in Wanderjahre den Ausspruch: „Sage mir, mit wem Du umgehst, so sage ich Dir wer du bist …

Beziehungen sind nach soziologischem Ansatz Austauschbeziehungen, bei denen die ausgetauschten Güter ganz unterschiedlicher Natur sein können, wie tatsächliche Gegenstände, Erfahrungen, Gefühle, Ziele usw., wobei die Wechselseitigkeit hier von großer Bedeutung ist. Somit sind Beziehungen – wenn auch in jeweils unterschiedlicher Ausprägung – ein Geben und Nehmen von Werten. Das bedeutet innerhalb von Beziehungen, und deswegen sind sie für uns so wichtig, geben und nehmen bzw. erhalten wir z.B.:

  • Identität und Halt,
  • Zugehörigkeit,
  • gleiche und geteilte Werte,
  • Stärke,
  • Motivation, Zuspruch,
  • Vertrauen etc.

Häufig sind es Werte, die uns mit anderen Menschen verbinden und die Basis der positiven Beziehungen zwischen uns und anderen Menschen bilden.

Eine positive Beziehung zwischen Coach und Klient ist auch eine der wichtigsten Voraussetzungen im Coaching und der gemeinsamen Arbeit. Es ist auch diese Beziehung, innerhalb derer das Coaching abläuft und sozusagen von ihr eingerahmt wird.

In wichtiger Ansatz zur Gestaltung der Coach-Klient-Beziehung entstammt dem humanistischen Denken und wurde formuliert von Carl Rogers. Nach seiner Auffassung zählen vor allem Achtung, Wärme und emotionale Wertschätzung zu den wichtigsten Elementen einer solchen Beziehung. Der Coach soll sich zurücknehmen und sich ganz auf den Klienten und seine Kompetenz verlassen, erkennen zu können, worin seine Probleme und Ziele liegen, was seine Werte oder Wertverletzungen sind und was es braucht, um Werte und Ziele zu erreichen oder Probleme zu lösen.

Achtung, Wärme und gegenseitige Wertschätzung können nur in einer empathischen Beziehung zwischen Coach und Klient zum Ausdruck kommen. Empathie meint die Fähigkeit des Coaches sich in die innere Welt des Klienten hineinzuversetzen, sie wertfrei wahrzunehmen und zu erleben. Auch die Fähigkeiten aktiv zuzuhören, das Gehörte und Verstandene zu wiederholen und Gefühle zu reflektieren, kennzeichnen eine empathische Beziehung durch den Coach. Empathie muss darüber hinaus auch vom Klienten dem Coach entgegengebracht werden. Dies schließt zum Beispiel ein, dass der Klient dem Coach vertraut, sich ganz auf seine Methoden einlassen kann und so eine vertrauensvolle Beziehung entsteht.

Ein Klient, der sich verstanden und angenommen fühlt, muss sich nicht hinter eine Maske oder bestimmten Strategien verstecken, sondern kann sich ganz auf das Coaching, die Prozesse und die Erkenntnisse einlassen. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Coaching-Prozesse und deren Wirkung aus.