Zur Bedeutung von Werten

Im sozialen Sein und Handeln treffen wir immer wieder auf den Begriff Wert. Von klein auf lernen wir, dass wir selbst wertvoll sind und gegenüber anderen Menschen wertschätzend, nicht jedoch abwertend, sein sollen. Wir wollen unsere Werte an unsere Kinder weitergeben und erziehen sie daher schon früh zur Beachtung verschiedener Werte wie Höflichkeit, Ehrlichkeit, Respekt oder Ordnung.

Der Begriff Wert kann, je nach Betrachtungshorizont, unterschiedlich verstanden werden. Grundsätzlich sind Werte ein individueller Maßstab bzw. ein inneres Präferenzmodell für unsere Auffassung vom Wünschbaren und Gewünschten, von unserem Sein und Wollen.

Ebenso wenig wie es die eine Definition von Wert gibt, existiert das eine Wertesystem. Jeder Mensch, aber auch Gesellschaften, Kulturen und soziale Systeme haben bestimmte Wertesysteme. Innerhalb dieser Wertesysteme gibt es Wertehierarchien, welche unser Selbstverständnis und Handeln leiten. Wir können und wollen nicht alle unsere Werte gleichzeitig vermehren. Daher sind, je nach Kontext und Situation, andere Werte von höchster Wichtigkeit. Aus der Gesamtheit der Situationen, Kontexten und Werten bzw. Werthierarchien bilden wir ein inneres Wertesystem. Unser Streben liegt darin, unsere Werte zu vermehren.

Werte haben somit eine ganz wichtige Funktion im Leben von uns Menschen, weil sie

  • deutlich machen, wonach wir individuell streben, wohin wir wollen und was wir bereit sind, dafür zu tun,
  • uns Orientierung und Struktur im sozialen und ethischen Handeln geben,
  • innerhalb von Gesellschaften, Kulturen und sozialen Systemen ein gewünschtes Verhalten symbolisieren und damit soziale Kongruenz schaffen,
  • unsere Bedürfnisse und Einstellungen steuern,
  • helfen, unser eigenes Verhalten und unsere Einstellungen zu priorisieren und vor uns und anderen zu legitimieren,
  • uns Identität geben und Lebenssinn stiften.

 

Zen_Tropfen

Im persönlichen Bereich können Werte zum Beispiel Liebe, Sicherheit, Freiheit, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Toleranz, Respekt, Gleichheit, und Zugehörigkeit sein. Im beruflichen Kontext können Werte bspw. auch Erfolg, Macht, Stärke oder Anerkennung sein. Persönliche und berufliche Werte lassen sich nicht eindeutig voneinander abgrenzen, da sie stets in verschiedene Lebensbereiche hineinreichen.

Zuweilen können unsere Werte auch durch die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen, verletzt sein. Wir können uns und anderen dann vielleicht nicht mehr vertrauen, sind irritiert über unsere Wertehierarchie, entwickeln verschiedenste Strategien, um mit unseren Wertverletzungen umzugehen und fragen uns, warum wir bestimmte Ziele nicht erreichen oder trotz aller (scheinbaren) Veränderungsversuche doch immer wieder mit den gleichen Problemen konfrontiert werden.

Scheinbar sind die Veränderungen, weil sie häufig nur im äußeren Lebensbereich vorgenommen werden. Das heißt wir verändern uns äußerlich, machen eine Diät, lassen uns die Haare ganz neu schneiden, wir räumen unsere Wohnung komplett um und/oder streben nach neuen, ganz anderen, sozialen Kontakten. Das mag auch eine Weile funktionieren, bis wir häufig nach einer bestimmten Zeit feststellen müssen, dass wir wieder dort angekommen sind, wo wir nicht mehr hinwollten.

Der Grund liegt darin, dass wir ohne Unterstützung und im Alleingang häufig nicht in der Lage sind, unser „Inneres Ich“ zu ändern. Wir arbeiten im Kopf und bewusst an den Symptomen, die uns unglücklich oder unzufrieden sein lassen, treffen jedoch nicht den Kern, unser Unbewusstes bzw. unser Sein. Dabei ist genau dies erforderlich, um Veränderungen des Seins wirkungsvoll und nachhaltig in Gang zu setzen, Zugänge zu schaffen oder Muster und Ängste aufzulösen. Allerdings können sich im Zeitverlauf die Werte auch wandeln oder eine neue Hierarchie annehmen. Sowohl bei Wertverletzungen als auch beim Wandel von Werten ist es wichtig, diese zu erkennen.

Kennen Sie Ihre Werte? Was treibt Sie an? Was gibt Ihrem Leben Sinn? Was wollen Sie erreichen? Welche Probleme oder Konflikte wollen Sie lösen?

Hierbei kann ein Coaching eine wertvolle Unterstützung sein. Unser Coaching nach dem St.Galler Coaching Modell (SCM)® ist wertorientiert und mehrdimensional, d.h. es reicht vom Bewussten über das Unbewusste bis tief in unseren inneren Kern hinein. Die Prozesse des Modells wirken von sich heraus, ohne dass ein aktives Tun, Wollen oder Denken unserer Klienten erforderlich ist.